So funktioniert die Mutter-Kind-Bindung
Sie sind die wichtigste Person im Leben Ihres Kindes und das ist gut so. Dies zeigt sich in verschiedenen Bereichen: Für Ihr Kind gibt es nichts Schöneres, als Ihnen ins Gesicht zu schauen.
Ihr Kind kann lange einfach nur daliegen und Ihre Augen und Ihren Mund anschauen. Das ist schon von Geburt an spannend.
Forschungen haben gezeigt, dass ein zwei Stunden alter Säugling seine ersten Kommunikationsversuche unternimmt, indem er intensiv Gesichtsausdrücke und Gesten beobachtet und der Stimmlage lauscht.
In den ersten Monaten im Leben des Kindes ist es das Gesicht, das am spannendsten ist. Doch am Anfang reagiert das Baby im Prinzip auf jedes Gesicht und kann oft mit einem breiten Lächeln antworten. Erst etwas später verfeinern sich die Reaktionen und beziehen sich verstärkt auf Gesichter von nahestehenden Personen.
Die Eltern-Kind-Bindung prägt sich im ersten Lebensjahr aus.
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Bindung vom ersten Tag an
Während des ersten Lebensjahres ist der Bindungsprozess am ausgeprägtesten. Schon gleich nach der Geburt genießt das Baby Ihre Nähe, das Gefühl von Haut auf Haut und das Geräusch Ihrer Stimme.
Die Fähigkeit des Kindes, eine Bindung zu der Person aufzubauen, die ihm am nächsten steht, diente ursprünglich als Schutz gegen Gefahren in der großen Welt. Sonst hätte das Kind keine Möglichkeit gehabt, sich auf eigene Faust zu behaupten.
Die Eltern-Kind-Beziehung beginnt bereits während der ersten Stunden nach der Geburt. Im Laufe des ersten Lebensjahrs wird die Bindung weiter ausgeprägt – während dieser Zeit intensiviert sich die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind am stärksten.
Einfach ausgedrückt geht es darum, dass das Kind lernt, dass es sich auf eine oder zwei Personen in seiner nächsten Umgebung verlassen kann. Das Baby begreift, dass die Eltern immer für es da sind und es trösten, füttern und bekuscheln.
Eine gute Eltern-Kind-Bindung ist wichtig und stärkt das Selbstvertrauen des Kindes ein Leben lang. Ihr Kind weiß, dass immer jemand für es da ist und sich für es einsetzt. Das ist auch später im Erwachsenenalter wichtig.
Die Eltern-Kind-Bindung wirkt sich ein Leben lang aus
„Es ist sehr wichtig, dass Sie und Ihr Kind sich aufeinander einlassen“, sagt Amanda Weiss Kelly, die in einem der größten Kinderkrankenhäuser der USA arbeitet, dem Rainbow Babies & Children’s Hospital in Cleveland (Ohio). Nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm und reagieren Sie auf sein Weinen mit Berührungen und beruhigenden Worten.“
„Deuten Sie das Weinen Ihres Kindes als Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Es versucht Ihnen zu erklären, dass es Ihre Hilfe bei irgendetwas braucht. Indem Sie auf das Weinen reagieren, zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie für es da sind, jetzt und immer.“
Auch das Geräusch des elterlichen Herzschlags und Atems haben für gewöhnlich eine beruhigende Wirkung auf das Kind. Leise Alltagsgeräusche, die Ihr Kind bereits aus dem Mutterleib kennt.
„Deuten Sie das Weinen Ihres Kindes als Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt“, sagt Amanda Weiss Kelly.
„Indem Ihr Kind lernt, dass Sie für es da sind, wenn es weint, indemSie das Interesse Ihres Babys ermuntern und indem Sie zeigen, dass Sie sich um es kümmern, wird die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind gestärkt.“
„Babys mögen es, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen und Ihr Gesicht anzuschauen. Tragen Sie Ihr Kind also gerne so, dass es ab und zu zu Ihnen hinauf schauen kann“, so die Ärztin. „Das Bindungsmuster, das Ihr Kind entwickelt, findet sich in allen seinen zukünftigen Beziehungen wieder.
Indem Sie diese Beziehungsgrundlage schaffen, helfen Sie Ihrem Kind dabei, auch später im Leben auf andere Menschen zuzugehen – und auf seine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Die Eltern-Kind-Bindung ist also wichtiger, als man möglicherweise annimmt.“
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