Ein Roadtrip durch Europa: Babys wachsen

„Plötzlich sind die Babys unglaublich schnell geworden und wir mussten unseren Campervan für unsere kleinen Houdinis ständig umbauen!“ In Teil 6 erzählen die Zwillingseltern Juli und Christian, wie sie ihr Leben im Campervan immer wieder an die Entwicklung ihrer Babys angepasst haben.

Was bisher geschah: Nach einer schwierigen und unsicheren Schwangerschaft wollten Juli und Christian so viel Zeit wie möglich mit ihren Supermagicalunicorntwins verbringen. Sie tauschten deshalb ihre Wohnung in Berlin gegen einen Campervan und traten eine mehrmonatige Reise an.
Ihre Fahrt begann in Deutschland und führte langsam aber sicher durch Schweden und Norwegen. Jetzt sind sie für eine Winterpause nach Deutschland zurückgekehrt. Hier findest du die bisherigen Teile.
Du fragst dich, warum die Kleinen Supermagicalunicorntwins heißen? Die Antwort findest du im Infokasten am Ende des Artikels.

Sie sind neun Monate alte kleine Energiebündel

Als wir unsere Reise begannen, waren die Smuts 6½ Monate alt. Sie konnten in Bauchlage schon  ihre Köpfchen hoch halten. Deshalb haben wir sie auch unterwegs jeden Tag für ungefähr 15 Minuten zum Spielen auf den Bauch gelegt. Zwischen dem siebten und achten Monat fingen die Smuts langsam an,  sich selbst auf den Bauch zu drehen und auf allen Vieren zu stehen, sicher zu sitzen und schließlich auch zu krabbeln. Mit neun Monaten sind die zwei richtige Energiebündel geworden. Sie haben begonnen, wie auf Kommando gemeinsam über Bett und Decke zu krabbeln.

Hallo Beulen und blaue Flecken!

Sie lieben es, über uns und alles mögliche zu krabbeln. Und sie sind sehr schnell, so dass wir sie mit Adleraugen beobachten müssen. Sie ziehen sich überall hoch, halten sich an den Fenstern, an uns und am Sicherheitsnetz ihres Bettes fest.Manchmal lassen sie für einen Moment los und stehen für einige Sekunden, ohne sich festzuhalten. Sie wissen dann aber nicht, wie sie sich wieder hinsetzen können. Wir sind dann immer in Hab-Acht- Stellung, um schnell helfen zu können. Hallo Beulen und blaue Flecken! Wir stoppen Tränen mit Küssen und Kuscheln , und sofort geht‘s weiter.

BABYBJÖRN Magazin – Papa Christian liegt auf dem Bett und spielt Ukulele. Eines der Kinder hilft ihm.
Papa, lass mich auch mal spielen.
Foto: Christian Göran

Spielen auf der Baby-Ebene – drinnen und draußen

Im Campervan und auch draußen in der Natur spielen wir mit ihnen auf dem Boden. Wir bauen kleine Hindernisparcours und ermuntern sie zu ersten Schritten. Spielzeug unter einer Decke zu verstecken und plötzlich wieder erscheinen zu lassen, hat sie früher stundenlang begeistert. Jetzt nicht mehr – sie wissen inzwischen, dass die Dinge noch da sind, auch wenn sie sie nicht mehr sehen können.

Sie haben angefangen zu fremdeln. Manchmal sind sie sehr anhänglich in Gegenwart von anderen Menschen und fangen an zu weinen, wenn diese ihnen zu nahe kommen. Doch sobald sie sich wieder sicher fühlen, lächeln sie und flirten mit ihnen. Wir versuchen, ihre Bereitschaft zur Kontaktaufnahme zu fördern, wenn wir unterwegs neue Leute treffen.

Wir müssen  unseren Campervan ständig noch besser absichern.

Die Babys untersuchen alles, und deshalb müssen wir unseren Campervan immer wieder auf’s Neue kindersicher machen. Zu Beginn unserer Reise genügte ein großes Stillkissen, um zu verhindern, dass die Smuts aus ihrem Bett rollen. Als die Babys dann anfingen, sich auf alle Viere zu stellen, haben wir das Bett mit einem Brett abgesichert.

Doch als sie schließlich anfingen, sich an allem hochzuziehen, schien uns das Brett nicht mehr sicher genug zu sein. Deshalb haben wir ein robustes Netz angebracht. Zusätzlich dazu mussten wir scharfe Kanten an den Fenstern usw. abdecken, genauso wie man es in einer Wohnung eben auch machen muss. Immerhin sind die Innenwände im Bus sehr weich, so dass es nicht weh tut, wenn sie sich in ihrem „Kinderzimmer“ die Köpfe stoßen.

Die Zeit vergeht schneller, als man denkt. Plötzlich sind die Babys unglaublich schnell.Wir mussten unseren Campervan für unsere kleinen Houdinis ständig umbauen!

BABYBJÖRN Magazin – Die Sonne scheint und die Zwillinge spielen mit ihrem Papa auf einer Decke im Gras.
Die Zeit vergeht schnell und jetzt können die Zwillinge schon einige Augenblicke alleine stehen.
Foto: Christian Göran

Wir zählen und benennen alles, was wir sehen

Die Babys haben begonnen, jede Menge neue Klänge nachzuahmen, zum Beispiel Pupsgeräusche mit den Lippen zu machen. Auch wenn wir uns dabei etwas zum Affen machen, kommentieren wir alles, was wir gerade tun, um ihr Sprechen anzuregen. Wenn wir einen Spaziergang machen, zählen wir die Bäume, zeigen ihnen Blätter, Blumen und Beeren, zeigen auf alle Tiere, die uns über den Weg laufen und machen Tiergeräusche nach.

Wir benennen alles, was wir um uns sehen und wiederholen immer wieder ihr Gebrabbel wie „deidei“, „mama“  oder „gaga“. Das ist das Gute, wenn man draußen in der Natur ist – man kann sich jeden Spaß erlauben, weil einem niemand zuhören kann ;) Das gilt ganz besonders für Christian, der das Kind in sich entdeckt hat. Die Babys brechen jedsmal in Lachen aus, wenn er Grimassen zieht oder Geräusche macht.

Es ist so schön, sein Kind auf den Arm zu nehmen und hinaus in die Natur zu gehen.

Die Babys sind davon fasziniert, verschiedene Strukturen anzufassen – Papier zu zerknüllen oder mit ihren Fingern und Händen über Gräser und Blätter oder die verschiedenen Materialien im Van zu fahren. Wir haben dementsprechend verschiedene Dinge gesammelt – Holzstücke wie Tannenzapfen und Zweige, die Christian mit Sandpapier geglättet hat – und haben sie ihnen zum Befühlen gegeben,. Sie haben sie neugierig und überraschend ausdauernd erkundet.

Es ist so schön, sein Kind auf den Arm zu nehmen und einfach hinaus in die Natur zu gehen, zusammen zu wandern, ihnen Blätter und Blumen zu zeigen und sie alles berühren und riechen zu lassen.

xoxo
Im nächsten und abschließenden Teil unseres Familien-Roadtrips erfahrt ihr alles über die Schlafroutinen der Zwillinge. Nicht verpassen!