A woman gently gazes at a sleeping baby in her arms, creating a tender and intimate moment.

Bindung, Wohlbefinden und Babytragen


Marie Louise – „The Modern Midwife“

Marie Louise – The Modern Midwife on Bonding and Babywearing

Marie Louise, auch bekannt als „The Modern Midwife“, ist eine international erfahrene Hebamme, Pädagogin und Verfechterin der Gesundheit von Müttern mit über 13 Jahren Erfahrung weltweit. Sie hat in verschiedenen Einrichtungen der Geburtshilfe gearbeitet, wo sie sowohl Familien als auch medizinisches Fachpersonal unterstützt hat. Außerdem hat sie zu hochrangigen Diskussionen über die Verbesserung der Geburtshilfe beigetragen, unter anderem mit Regierungsbehörden und internationalen Organisationen.


Marie Louise wurde mit dem Gold Award ausgezeichnet und ist qualifizierte Pädagogin und Hypnobirthing-Lehrerin sowie Bestsellerautorin von zwei Büchern über Schwangerschaft, Geburt und die Zeit nach der Geburt.

„Berührung ist nicht nur Wohlbefinden – sie ist Kommunikation", sagt Marie Louise. „So lernen Babys, dass sie sicher sind und geliebt werden.“

Warum Nähe über die Geburt hinaus wichtig ist

Die meisten Eltern wissen um die Bedeutung des Hautkontakts unmittelbar nach der Geburt; er kann instinktiv erfolgen und wird allgemein empfohlen. Aber im Laufe der Wochen werden die Vorteile der Nähe oft übersehen und nicht ausreichend gefördert. Im vierten Trimester gewöhnt sich dein Baby noch an das Leben außerhalb des Mutterleibs. Diese Welt ist lauter, heller und viel kühler. Durch die Nähe fühlt sich dein Baby sicher und kann sich besser an die neue Umgebung gewöhnen.


Physiologisch gesehen lernt der Körper deines Babys noch, sich selbst zu regulieren. Wenn du dein Baby nah bei dir hast, fühlt sich sein Nervensystem sicher und geborgen, was wiederum dazu beiträgt, dass Herzfrequenz, Atmung, Temperatur und Stresshormone stabil bleiben.


„Manchmal werden Babys als „bedürftig“ bezeichnet, aber eigentlich suchen sie nur nach Sicherheit“, sagt Marie Louise. „Sie kennen deinen Geruch, deine Stimme, deinen Herzschlag. Das ist ihre Komfortzone.“


Wenn sich dein Baby in deinen Armen sicher fühlt, reagiert auch dein Körper darauf. Nähe und Berührungen fördern die Ausschüttung von Oxytocin sowohl beim Baby als auch bei den Eltern. Oxytocin fördert die Bindung, senkt Stress, kann beim Stillen den Milchfluss anregen und trägt allgemein dazu bei, dass sich alle ruhiger und verbundener fühlen.

Berührung, Geruch und Verbundenheit

Die Sinne eines Babys sind ein wirkungsvolle Werkzeuge für die Bindung. Untersuchungen zeigen, dass Babys sich schon von klein auf dem Geruch ihrer Mutter zuwenden und dass sanfte Berührungen eine gesunde Gehirnentwicklung fördern.

Von Geburt an kann dein Baby dich anhand deines Geruchs erkennen. Der Duft deiner Haut, deine
Muttermilch und sogar die natürlichen Öle rund um die Brustwarzen wirken wie kleine Wegweiser für dein Baby und führen es zu Geborgenheit und Nahrung. Wenn du dein Baby nah bei dir hältst, ist es von deinem vertrauten Geruch umgeben, was ebenfalls dazu beiträgt, Stress abzubauen und die Bindung zu stärken.

 

Eine sanfte, feinfühlige Berührung sendet ebenfalls wichtige Signale an das Gehirn. Wenn Babys gehalten, geknuddelt und sanft gewiegt werden, formt dies aktiv die Bereiche ihres Gehirns, die an der Regulierung von Emotionen beteiligt sind. Mit der Zeit lernt dein Baby durch diese wiederholten Erfahrungen: „Wenn ich mich unruhig fühle, kommt jemand. Ich bin sicher. Ich werde umsorgt.“

Warum das Tragen von Babys Eltern und Babys hilft

Babys sind darauf programmiert, ihren Eltern nahe zu sein, und zeigen oft, wenn sie engen Kontakt brauchen. Für frischgebackene Eltern kann dies jedoch schwierig und anstrengend sein – umso mehr, wenn sie noch weitere Kinder haben. Das Tragen von Babys bietet das Beste aus beiden Welten: Nähe für das Baby und Mobilität für die Eltern.


„Das ist Teil der ältesten menschlichen Kultur“, sagt Marie Louise. „Es hilft Babys, sich sicher und gestützt zu fühlen, während es gleichzeitig die Körperhaltung der Eltern schont und Rückenbelastungen verringert.“

Aus physiologischer Sicht unterstützt das Tragen von Babys Folgendes:

Regulierung: Die Wärme deines Körpers hilft deinem Baby, eine stabile Temperatur aufrechtzuerhalten. Deine Bewegungen und Atemmuster dienen dem Kind als sanfte Orientierungshilfe und helfen ihm, diese Funktionen besser zu regulieren.


Das sich entwickelnde Gehirn: Die sanften Bewegungen, Positionswechsel und die sichere Umhüllung in einer Babytrage sorgen für eine Fülle von Sinnesreizen. Dies unterstützt das Gleichgewichtssystem deines Babys (den Teil des Innenohrs, der für das Gleichgewicht und die räumliche Wahrnehmung zuständig ist) und kann zu einer gesunden Gehirnentwicklung beitragen.


Oxytocin und Bindung: Wenn du dein Baby nah an deiner Brust trägst, wo du es instinktiv streicheln, küssen und mit ihm sprechen kannst, fördert das häufigeren Körperkontakt und Augenkontakt. Das steigert bei euch beiden den Oxytocinspiegel, was die Bindung fördert und Stress abbaut.


Wohlbefinden der Eltern: Das Tragen deines Babys kann dir helfen, besser auf dein Baby einzugehen und dich besser auf es einzustellen, während du dich trotzdem frei bewegen, dich um Geschwisterkinder kümmern oder einfach eine Tasse Tee kochen kannst. Für viele Eltern ist das Gefühl, „ich kann mein Baby trösten und trotzdem den Alltag bewältigen“, unglaublich beruhigend.

Tipps für sicheres Tragen von Babys von der „Modernen Hebamme“

  • Halte dein Baby eng bei dir und sicher, damit es nicht zusammensacken kann.

  • Das Gesicht deines Babys sollte immer sichtbar und in Küsschennähe sein.

  • Achte darauf, dass dein Baby aufrecht sitzt und sein Kinn nicht auf der Brust liegt.

  • Stütze den Rücken deines Babys, um freie Atemwege zu gewährleisten.


Wenn das Babytragen sicher und bequem praktiziert wird, kann es eine wunderbare Möglichkeit sein, die Bindung, Kommunikation und gesunde Entwicklung zu fördern und gleichzeitig den Eltern die Freiheit zu geben, sich vertrauensvoll zu bewegen.

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