Atemtechniken für die Wehen – Tipps für Übungen

Die Atmung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie du die Geburt erlebst. Sie hilft dir, dich zu entspannen, und sie kann die Schmerzen oder die Angst in den härtesten Momenten verringern. Hier geben wir dir einige Tipps für Übungen, damit du dich optimal auf den großen Tag vorbereiten kannst.

BABYBJÖRN Magazin –Atemtechniken für die Wehen
 
Foto: Johnér

Richtige Atemtechniken für die Wehen können den Schmerz verringern

Atmung und Entspannung gehören zusammen. Gute Atemtechniken für die Wehen zu kennen und diese im richtigen Moment anzuwenden, kann dir helfen, leichter mit den Schmerzen bei den Wehen umzugehen. Sie können sogar dafür sorgen, dass du während der Geburt keine Schmerzmittel brauchst.

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Mit guten Atemtechniken für die Wehen lassen sich Ängste verringern, die Sauerstoffversorgung wird verbessert und du bist dadurch wacher und aktiver während der Entbindung. Es werden Endorphine freigesetzt und die Ausscheidung des Stresshormons Cortisol wird reduziert, was beruhigend und entspannend wirkt.

Mit guten Atemtechniken für die Wehen lassen sich die Ängste verringern, die Sauerstoffversorgung wird verbessert und du bist dadurch wacher während der Entbindung.

Entscheidend ist eine gute Vorbereitung. Fange am besten bereits im zweiten Drittel der Schwangerschaft mit Atemübungen an, etwa 10 bis 15 Minuten pro Tag.

Anregungen für solche Übungen erhältst du u. a. im Geburtsvorbereitungskurs und bei entsprechenden Workshops sowie durch Yoga und angeleitete Meditation.

Tipps für Atemtechniken für die Wehen

Tiefatmung während der frühen Phase der Geburt

Führe die Tiefatmung während der frühen Phase der Geburt aus, wenn die Wehen regelmäßiger auftreten. Wechsle zu einer anderen Atemtechnik, wenn du merkst, dass sie nicht mehr wirkt.

1. Nimm einen tiefen Atemzug, wenn die Wehe beginnt, und löse alle Anspannungen, wenn du ausatmest. Konzentriere dich auf das Atmen.
2. Atme langsam durch die Nase ein und dann langsam durch den Mund aus. Zähle beim Einatmen bis 5 und beim Ausatmen bis 8, um die Konzentration beizubehalten.
3. Mache eine Pause von 1 bis 3 Sekunden und wiederhole.

Lies auch, wie du dich mit Hilfe von Hypnobirthing bei der Geburt entspannen kannst

Flachatmung als Alternative während der frühen Phase der Geburt

Auch die Flachatmung kann während der frühen Phase der Geburt – oder wenn die Tiefatmung keinen Entspannungseffekt mehr hat – angewendet werden.

1. Mache einen tiefen, reinigenden Atemzug (tief und langsam durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen), wenn die Wehe beginnt.
2. Steigere das Tempo der Atmung, wenn die Wehe kulminiert, indem du schneller atmest. Atme dann mit leichten, oberflächlichen Atemzügen durch den Mund ein und aus. Ungefähr so, als würdest du hauchen.
3. Kehre wieder zurück zur normalen oder langsamen Tiefatmung.

Wechsle zu einer anderen Atemtechnik, wenn du merkst, dass sie nicht mehr wirkt.

Variierte Atmung während der Übergangsphase

Die Phase, in der sich der Muttermund von 8 auf 10 cm öffnet, wird Übergangsphase genannt. Dies ist der Übergang zur zweiten Phase der Geburt. Hier sind die Wehen am intensivsten. Sie sind oft äußerst stark und kommen in Abständen von 2,5 bis 3 Minuten. Dies ist auch die Phase der Geburt, die am schnellsten geht.

1. Fange an mit einem reinigenden Atemzug.
2. Atme ein und versuche, drei Mal den Laut „Hii“ und dann beim Ausatmen einen langen „Hoo“-Laut zu bilden.
3. Wenn die Wehe abnimmt, kehrst du zurück zur reinigenden Atmung.
4. Kehre wieder zurück zur normalen oder langsamen Tiefatmung.

Lies Cats ehrlichen Bericht, wie es nach der Geburt sein kann

Pressatmung während der Austreibungsphase

Wende diese Atemtechnik an, wenn du merkst, dass du während der Austreibungsphase der Geburt pressen musst. Der Muttermund ist jetzt vollständig geöffnet (10 cm).

1. Atme so, wie du dich dabei am besten fühlst, bis du dem Bedürfnis zu Pressen nicht länger widerstehen kannst.
2. Nimm dann einen tiefen Atemzug und halte die Atmung an oder atme langsam aus, während du gleichzeitig 5 bis 7 Sekunden lang presst.
3. Nachdem du gepresst hast, atmest du die restliche Luft aus und atmest normal, bis du wieder das starke Bedürfnis zu pressen empfindest.
4. Wiederhole diese Prozedur. Du kannst während ein und derselben Wehe 2 bis 4 Mal pressen.
5. Schließe mit einem reinigenden Atemzug ab. Einige Frauen meinen, dass es hilft, beim Pressen zu grunzen, zu stöhnen oder tiefe Geräusche von sich zu geben.

Quelle: Colleen Brezine, CNM (Certified Nurse Midwife), University Hospitals St. John Medical Center, Cleveland, Ohio