Ein Roadtrip durch Europa: die Schlafgewohnheiten der Babys

Wie findet man gute Schlafgewohnheiten für Babys in einem Campervan? Im abschließenden Teil des Familien-Roadtrips erfahren wir alles über die Schlafroutinen der Zwillinge. Teil 7 lesen.

BABYBJÖRN Magazin – Papa und Baby kuscheln zusammen im Campervan.
Gibt es etwas Gemütlicheres und Entspannenderes, als mit dem Baby zu kuscheln?
Foto: Christian Göran
Was bisher geschah: Nach einer schwierigen und unsicheren Schwangerschaft wollten Juli und Christian so viel Zeit wie möglich mit ihren Supermagicalunicorntwins verbringen. Sie tauschten deshalb ihre Wohnung in Berlin gegen einen Campervan und traten eine mehrmonatige Reise an.
Ihre Fahrt begann in Deutschland und führte langsam aber sicher durch Schweden und Norwegen. Jetzt sind sie für eine Winterpause nach Deutschland zurückgekehrt. Hier findest du die bisherigen Teile.
Du fragst dich, warum die Kleinen Supermagicalunicorntwins heißen? Die Antwort findest du im Infokasten am Ende des Artikels.

Wir versuchen an unseren entspannten Einschlafritualen festzuhalten

Gute Schlafgewohnheiten sind wichtig für Babys. Deshalb versuchen wir, immer dasselbe Einschlafritual durchzuführen, damit die Zwillinge leichter entspannen und wissen, dass es Schlafenszeit ist. Etwa 30 Minuten nach dem Einschlafen können wir ein bisschen Lärm machen, ohne dass sie wach werden. So haben sich die Smuts beispielsweise schnell an das laute Zuschlagen der Tür unseres Campervans gewöhnt.

Das Einschlafen ist manchmal schwierig und sie wachen nachts oft auch noch mal auf.

Wir waren zu Anfang ein bisschen verwöhnt, da die Zwillinge recht schnell die Nächte durchgeschlafen haben und auch immer problemlos eingeschlafen sind. Aber immer, wenn die Smuts in eine neue Entwicklungsphase durchmachen, – wie jetzt in Woche 36 – ist das Einschlafen schwieriger und sie wachen auch nachts ein- bis zweimal auf. Wir versuchen aber, uns an unser Einschlafritual zu halten, um es ihnen leichter zu machen, auch wenn es für Mama und Papa manchmal ziemlich anstrengend ist, wenn sich die Schlafgewohnheiten der Babys drastisch verändern.

Spielen, dann Babymassage und Schlaflieder

So sieht unser Einschlafritual aus: Die Zwillinge bekommen zwischen 17.30 und 18.00 Uhr Abendbrot.  Wir haben festgestellt, dass es gut ist, ihnen danach die Möglichkeit zu geben, sich noch ein bisschen auszutoben. Wir lassen sie also bis ungefähr 30 Minuten vor dem Schlafengehen noch einmal spielen. Dann wechseln wir die Windeln, waschen sie,  massieren sanft ihre Füße und Gesichter und ziehen ihnen ihre Schlafanzüge an. Das einzige Licht im Schlafbereich der Zwillinge ist ein gedämpftes gelbes Nachtlicht. Während dieser Zeit singen wir immer dieselben vier Schlaflieder.

BABYBJÖRN Magazin – Die Zwillinge schlafen in ihrem Kinderwagen.
Nach dem Frühstück und noch einmal nach dem Mittagessen geht die Familie meistens spazieren, damit Lovisa und Matilda an der frischen Luft schlafen können.
Foto: Christian Göran

Bevor wir sie in ihre Schlafsäcke legen, stillt Juli die Zwillinge noch einmal. Einer von uns (oft auch beide) legt oder setzt sich ‚oben‘ mit ihnen hin, bis sie eingeschlafen sind. Je nachdem, wie müde sie sind, kann dies schon mal bis zu einer Stunde dauern, wobei wir sie dabei immer wieder sanft in ihre Schlafsäcke zurücklegen müssen. Es ist hilfreich, wenn wir dabei nicht mit ihnen sprechen, sondern ihnen nur sanft in Uhrzeigerrichtung über den Rücken streichen.

Wir lassen sie vor dem Schlafengehen noch einmal spielen.

Nachdem die Smuts eingeschlafen sind, warten wir noch etwa eine halbe Stunde, bis wir ‚unten‘ wieder etwas Lärm machen. Während der Nacht wachen sie dann meist ein- oder zweimal auf. Zum Einen, weil sie hungrig sind und gestillt werden wollen, und manchmal auch, weil sie geträumt haben und getröstet werden müssen.

Schlafen im Freien im Kinderwagen oder in der Babytrage

Neben unserem Abendritual versuchen wir auch dafür zu sorgen, dass die Zwillinge als Teil ihrer täglichen Schlafroutine noch einmal morgens und einmal nachmittags schlafen. Die Smuts sind Frühaufsteherinnen und wachen morgens zwischen 6.00 und 7.00 Uhr fröhlich lachend auf. Bald nach dem Frühstück werden sie dann aber schon wieder müde. Das nutzen wir, um morgens mit ihnen Spaziergänge zu machen. Dazu setzen wir sie entweder in den Kinderwagen oder in die Babytragen, wo sie meistens sofort einschlafen. Für uns ist das auch eine gute Gelegenheit, wunderschöne morgendliche Fotos zu machen. Diesen ‚Schlaf-Spaziergang‘ wiederholen wir dann jeden Tag noch einmal nach dem Mittagessen.

Aber jeder Tag ist anders und manchmal weigern sich die Zwillinge einfach, zweimal am Tag zu schlafen. Was gestern ein 2-minütiges kleines Nickerchen war, ist morgen vielleicht ein ausgiebiger 2-stündiger Mittagsschlaf. Und es gibt durchaus auch Nächte, in denen sie aufwachen und eine Stunde lang wach bleiben. Die Schlafgewohnheiten von Babys sind nicht vorhersehbar und daher versuchen wir, uns so weit wie möglich daran anzupassen.

Dies ist der letzte Teil unseres Familien-Roadtrips. Hier findest du die bisherigen Teile.
 
Foto: Christian Göran

Folge den Supermagicalunicorntwins auf Instagram

Folge Juli und Christian und ihren Zwillingstöchtern Lovisa und Matilda auf ihrer Reise: @supermagicalunicorntwins und @christiangoran

Warum „Supermagicalunicorntwins“?

Juli und Christian erklären:

„Früh in der Schwangerschaft, in der zwölften Woche, erhielten wir von unserem Arzt eine erschreckende Diagnose. Unsere Zwillinge litten am Feto-fetalen Transfusionssyndrom (FFTS). Kurz gesagt bedeutet das, dass das Blut aus der Plazenta nicht gleichmäßig zwischen den Zwillingen verteilt wird. Je nach Verlauf des FFTS während der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass die Babys im Uterus sterben oder mit einem hohen Risiko von Schädigungen des Fötus überleben.

In der 18. Woche folgte der nächste Schock. Eines der Babys hatte eine Zyste in der Lunge entwickelt, die zudem das Herz bedenklich nach links drückte. Während der Schwangerschaft mussten wir jede Woche ins Krankenhaus, um sowohl das FFTS als auch die Entwicklung der Lungenzyste überwachen zu lassen. Das war eine intensive Zeit voller Ängste und Sorgen, doch wir haben immer versucht, optimistisch zu bleiben und uns nicht von neativen Gefühlen überrollen zu lassen.

Glücklicherweise bekamen wir während dieser Zeit viel Unterstützung  von Familie und Freunden. Eine enge Freundin sagte uns, sie sei davon überzeugt, dass unsere Babys „Super Magical Unicorn Twins“ seien, und fing an darüber zu singen. Wir haben sehr gelacht. Das war ein sehr befreiender, wohltuender Moment, den wir nie vergessen haben.

Ihr kleines Lied hat uns durch die restliche Schwangerschaft begleitet und sehr geholfen, positiv zu bleiben und fest daran zu glauben, dass am Ende alles gut werden würde. Und so war es dann auch.

Deshalb nennen wir unsere Töchter die Supermagicalunicorntwins oder Smuts. Sie sind in der Tat unsere Super Magical Unicorn Twins.“