Stillen ist einfach, oder?

„Bei meiner Tochter wollte ich mehrfach schon aufgeben.“ Jede Mutter erlebt es anders, wie es ist, ihr Baby zu stillen. Florence, die drei Kinder hat, berichtet, wie es für sie war.

BABYBJÖRN Magazin – Ein Baby wird gestillt
 
Foto: Johnér

Alle Mütter haben ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse beim Stillen. Für einige ist es eine schmerzhafte Erfahrung und es klappt einfach nicht. Andere lieben es und sie möchten ihr Baby so lange wie möglich stillen. Für viele Mütter ist es zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich schwierig, je nachdem, wie sich das Baby entwickelt.

Wir haben Florence aus Bordeaux, eine Mutter von drei Kindern und Bloggerin, nach ihren Erfahrungen mit dem Stillen gefragt. Sie erzählt, wie unterschiedlich das Stillen bei ihren Kindern funktioniert hat.

Hast du alle deine Kinder gestillt?

Ja, alle drei.

Wie lange?

Unsere Tochter habe ich 17 Monate lang gestillt! Bei den Jungen war die Stillzeit sehr viel kürzer. Bei ihnen war es komplizierter, so dass ich nur zwei Monaten lang vollständig gestillt habe. Danach bekamen sie neben der Muttermilch ein Fläschchen, bis sie etwa sechs Monate alt waren.

Gab es bei dir irgendwelche Stillprobleme? Und welche Vorteile hat das Stillen?

Nun ja, bei meiner Tochter wollte ich mehrfach schon aufgeben. Sie wollte ständig an die Brust, trank ein wenig, schlief ein, und so ging es die ganze Zeit. Ich hatte das Gefühl, etwas falsch zu machen. Doch ich habe durchgehalten, und als ich endlich mit dem Stillen zurechtkam, war es einfach und bequem.

Am Anfang hatte ich das Gefühl, zu versagen, und ich fühlte mich schuldig.

Bei meinen Söhnen klappte es mit dem Stillen hingegen nicht besonders gut. Obwohl sie die Brust bekamen, nahm ihr Gewicht nicht zu, so dass ich nach etwa zweieinhalb Monaten das Fläschchen hinzugeben musste. Am Anfang hatte ich das Gefühl, zu versagen, und ich fühlte mich schuldig. Doch als ich sah, dass sie ruhig waren und es ihnen gut ging, fand ich, dass das die Hauptsache ist. Erst später verstand ich, dass der Druck im Milchstrahl zu stark war und die Jungs deshalb die Brust nicht nehmen konnten.

Das Beste am Stillen ist, dass durch die Muttermilch das Immunsystem der Kinder gestärkt wird und dass sich die Menge an das Alter und den Bedarf des Babys anpasst. Dass die Milch immer die richtige Temperatur hat und ganz einfach und schnell gegeben werden kann, ist auch ein großer Vorteil – kein Fläschchen saubermachen, kein Milchpulver abmessen, keine Wasserflaschen nach Hause schleppen. Außerdem kostet es nichts. Und zu sehen, wie das Baby ganz dicht an mir ruhig und harmonisch einschläft, nachdem es sich satt getrunken hat – das ist einfach ein magischer Moment!

Welche Stillstellung klappte bei dir am besten?

Normalerweise habe ich in der klassischen Sitzstellung gestillt, mit dem Kind im Arm gegen den Bauch. Nachts habe ich manchmal auch im Liegen gestillt.

Was denkst du über das Stillen in der Öffentlichkeit?

Ich fühle mich nicht gestört, wenn jemand in der Öffentlichkeit sein Baby stillt. Ich finde, das ist etwas ganz Natürliches, und kann darin kein Problem sehen, obwohl ich selbst immer versucht habe, so diskret wie möglich zu stillen. Ich habe nie erlebt, dass es jemanden gestört hätte, aber vielleicht habe ich es auch nur nicht bemerkt, weil ich so auf die Bedürfnisse und das Wohlbefinden meines Babys konzentriert war.

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Florence

Arbeit: In Elternzeit, betreibt den Blog „Cerise sur le Berceau“
www.cerisesurleberceau.over-blog.com 
Wohnort: In Bordeaux (Frankreich)
Familie: Mein Mann James, unsere drei Kinder (eine Tochter, 7, ein Sohn, 5, und ein kleines Baby, 1,5 Jahre), ein Hund und eine Katze.