Beikost für das Baby – was essen die Kleinsten in Italien?

In Schweden erhält ein Baby Beikost in der Regel ab einem Alter von sechs Monaten. Wie sieht es in anderen Ländern aus? Bettina Gamba berichtet über die italienische Sichtweise darüber, was ein Baby essen sollte.

BABYBJÖRN Magazin – Erste Beikost für das Baby
 
Foto: Johnér

In Schweden fangen wir normalerweise zwischen dem vierten und sechsten Monat mit kleinen Geschmacksproben oder „Geschmackssensationen“ an. Schwedische Babys bekommen oft eine erste Einführung in das Essen in Form von Gemüse- und Obstpürees, die später zu größeren Portionen erweitert werden, denen dann verschiedene Speisen untergemischt werden.

Wie steht es mit der Beikost für das Baby in anderen Ländern? Wann beginnt man dort, Essen für die Babys einzuführen, und was bekommen die Kleinsten auf den Teller? Wir haben Bettina Gamba Radano gefragt, die mit einem Italiener verheiratet ist.

Babys lernen früh, gut zu essen und zusammen mit anderen am Esstisch zu sitzen.

Wann fängt man in Italien ungefähr an, Beikost für das Baby einzuführen? Stillt man Babys normalerweise lange?

– Wie in Schweden gibt es unterschiedliche Erkenntnisse, doch im vierten bis sechsten Monat wird in der Regel damit begonnen, dem Baby Beikost zu geben. Was das Stillen betrifft, so habe ich von Freundinnen und Bekannten gehört, dass die Mütter sehr gerne lange stillen möchten, ihre Arbeitgeber aber oft erwarten, dass sie drei bis fünf Monate nach der Geburt wieder an den Arbeitsplatz zurückkommen. Die Mütter sind dann gezwungen, die Kinder bei den Eltern zu lassen oder in die Kita zu bringen und abzustillen. Ich habe aber auch Freundinnen, die lange mit dem Kind zu Hause geblieben sind und deshalb lange stillen konnten. Kurzum, ich denke, dass die Mütter genau wie in Schweden lieber länger stillen würden, ihnen die Arbeit aber manchmal Steine in den Weg legt.

Was erhalten die italienischen Babys normalerweise als erste Beikost?

– „Sanftes“ Gemüse wie Kartoffeln und Karotten. Danach gibt man vegetarische Brühe mit „Semolino“, also Grieß. Die Brühe wird aus Zucchini, Kartoffeln und Karotten zubereitet. Das Fett, das man in das Essen für das Baby gibt, ist Olivenöl. Außerdem gibt man gerne Fisch, Geflügel und sogar Kaninchen. Das Fleisch ist mürbe und im kleinen Magen gut verdaulich.

Was gibt man nicht als Beikost im ersten Jahr?

– Pilze, weil sie schwer zu verdauen sind, und Erdbeeren aufgrund der Allergiegefahr.

Bereiten die meisten Eltern das Essen für ihr Baby zu, oder werden oft Gläschen gekauft?

– Ich erlebe es so, dass die meisten das Essen selbst zubereiten, doch natürlich werden auch in Italien Gläschen gekauft, vor allem wenn die Zeit für das Zubereiten von eigenem Essen für das Baby zu knapp ist.

Sitzen die Babys ab dem Säuglingsalter mit am Tisch beim Essen?

– Ja, sobald das Baby sitzen kann, sitzt es mit am Esstisch. Babys lernen früh, gut zu essen und zusammen mit anderen am Esstisch zu sitzen.

 
Foto: privat

Bettina Gamba Radano

Wohnort: Älvsjö (Schweden)

Tätigkeit: Anwaltsassistentin in einer Anwaltskanzlei in Stockholm

Familie: Verheiratet mit Francesco, zwei Töchter, Lidia (geboren 2012) und Elisa (geboren 2015)